Das
Badehaus

Seit Jahrzehnten befindet sich das alte Badehaus am östlichen Jeetzeumfluter in Salzwedel im Dornröschenschlaf.

Die klassizistischen Holzsäulen an der Flussseite verweisen auf einen Ursprung des Gebäudes im frühen 19. Jahrhundert, aber an architektonische Vorbilder im antiken Griechenland erinnert das Badehaus ansonsten kaum noch.

Der Portikus auf der öffentlich zugänglichen Ostseite ist Anfang des Jahres 2024 großflächig mit Graffiti bemalt und regelmäßig treffen sich die Jugendlichen der Stadt in dem überdachten, aber verwahrlosten Säulengang unmittelbar an der Stadtmauer, um ungestört zu rauchen oder Musik zu hören.

Rechts und links des Gebäudes wuchern wilde Brombeer- und Holundersträuche entlang der Jeetze, deren Wasser in diesem Januar bis an die Uferkante heranreicht. Die flussseitigen Holzdielen knarzen, wenn sich Fußgänger:innen mit schnellen Schritten an den jungen Leuten vorbeistehlen. Der enge Weg vor dem alten Badehaus ist von der nahegelegenen Goethestraße nur zu Fuß über eine Holzbrücke erreichbar. Die vier Meter hohe, historische Stadtmauer und das dichte Dach der Baumkronen werfen ganzjährig Schatten, sodass dieser Ort immer etwas dunkler ist als andere Plätze in der altmärkischen Hansestadt. Im Gegensatz zu den Salzwedeler Kirchtürmen und Stadttoren fristet das alte Badehaus ein Dasein als unentdeckte Sehenswürdigkeit. Doch seit einigen Monaten tut sich etwas.

Foto links: Roland Rossner / DSD

Wir haben das Baudenkmal gekauft.

Wir waren auf der Suche nach einem repräsentativen Gebäude für unser Architektenbüro. Schließlich fiel die Wahl auf das alte Badehaus, das zu dem Zeitpunkt seit einigen Jahren ungenutzt war. Der Vorbesitzer – ein Architekt aus dem Wendland – hat das alte Badehaus um die Jahrtausendwende von der Stadt Salzwedel gekauft und dann angefangen es zu sezieren. 

In 2025 wollen wir mit unserem Architekturbüro in das fertig sanierte Badehaus umziehen. Bis dahin ist noch viel zu tun, aber wir freuen uns über jeden noch so kleinen Baufortschritt und danken an dieser Stelle allen Unterstützern!

Alice Bondeur, Architektin (FH)
Bianka Niemeyer, Bauingenieurin

Förderung durch: Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Städtebauförderprogramm – Förderung des Wachstums und der nachhaltigen Erneuerung

Foto: Julian Ide

Denkmal in Not!

Bitte retten Sie mit uns das
alte Badehaus in Salzwedel!
Wir danken herzlich für jede Spende.

Foto: Roland Rossner /DSD

Spendenkonto:

Deutsche Stiftung Denkmalschutz
IBAN: DE71 500 400 500 400 500 400
BIC: COBA DE FF  XXX
Commerzbank AG
Kennziffer: MN00166-04 X
Altes Badehaus Salzwedel

Die Geschichte

Seit fast 200 Jahren steht das Badehaus an der Salzwedeler Stadtmauer. Der Salzwedeler Arzt Dietrich Christoph Seebode baute es 1827 an der Rückseite des Grundstücks seines Elternhauses in der Wollweberstraße. Nach seinem Medizinstudium in Göttingen und Berlin kehrt er 1824 in seine Heimat zurück und bringt die neuesten Erkenntnisse zur Körperhygiene aus der Großstadt mit. Er errichtet sein Badehaus vermutlich, um neben seiner schlecht bezahlten Tätigkeit als Armenarzt bei der Stadt ein privates Nebeneinkommen zu erzielen.

Während wohlhabendere Bevölkerungsschichten für die Benutzung der warmen Wannenbäder und Dampfstuben bezahlen, gewährt der Arzt seinen ärmeren Patient:innen einen kostenlosen Zugang. Kurze Zeit später erweitert Dietrich Christoph Seebode sein privat betriebenes Badehaus um eine Flussbadeanstalt in dem Jeetzeumfluter vor dem Badehaus.
Was aus heutiger Sicht nach einem wenig beeindruckenden Badevergnügen klingt, ist damals revolutionär.

Fotos: Quelle unbekannt

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